Doppel- Dreifach- und Nochvielmehrfachsterne
Wenn man es nicht
weiß, kann man es kaum glauben, aber Einzelsterne wie die Sonne
sind eher selten. Meist treten Sterne paarweise, oder sogar in
noch größeren Gruppen auf. Man muss zwischen optischen und
echten Mehrfachsternen unterscheiden.
Während echte Mehrfachsterne sich gegenseitig umkreisen,
scheinen optische Sterne nur durch den Beobachtungspunkt nahe
beieinander, obwohl der eine vielleicht doppelt so weit von uns
entfernt ist wie der andere. Ein bekanntes Doppelsternsystem sind
Alcor und Mizar, zwei Sterne aus der Deichsel des Großen Wagens,
an denen man seine Augen testen kann.
Schließen sich sehr viele Sterne zusammen, so spricht man von
Sternhaufen. Man kann dabei zwischen Offenen Sternhaufen und
Kugelsternhaufen unterscheiden.
Offene Haufen bestehen aus einer Vielzahl von Sternen, ihre Zahl
kann in die Hunderte gehen. Diese Sternhaufen sind wahrscheinlich
jünger als die Sonne, und können mit einem Teleskop oder auch mit dem bloßen Auge in
Einzelobjekte aufgelöst werden. Die Plejaden - auch Sieben
Schwestern genannt - im Stier bilden einen bekannten offenen
Sternhaufen, der von uns aus leicht beobachtet werden kann.
In diesem Bild von mit sieht man die bekanntesten Offenen Haufen am Nordhimmel -
die Plejaden (rechts unten) und Hyaden (links unten) im Stier. Der hellste Stern in der Mitte ist Saturn,
der am 02.02.02 im Stier stand.

Kugelsternhaufen bieten im Teleskop oft ein prächtiges Bild. Im
Gegensatz zu den Offenen Haufen sind die Kugelsternhaufen
möglicherweise so alt wie die Milchstraße selbst. Außerdem
befinden sie sich nicht innerhalb der Milchstraße, sondern sind
"kreisförmig" um die Spiralscheibe angeordnet. Ein
sehr schöner Kugelsternhaufen an unserem Nachthimmel ist M 13 in
Hercules.

Viele Sterne geben
ihr Licht nicht gleichmäßig ab. Ihre Helligkeit schwankt
vielmehr in einer bestimmten Periode. Auch unter den
Veränderlichen Sternen kann man verschiedene Typen feststellen:
Verdeckungsveränderliche: Manchmal umkreisen sich in einem Vielsternsystem unterschiedlich helle Sterne so, dass ein Partnerstern regelmäßig den anderen verdeckt. Wenn es sich z.B. um einen kleinen hellen und einen großen dunklen handelt, nimmt die scheinbare Helligkeit immer dann stark ab, wenn der große Stern (von der Erde aus gesehen) den kleinen verdeckt (das ist so ähnlich wie eine Sonnenfinsternis, nur dass die "Sonne" sehr weit von uns entfernt sind). Ein bekannter Verdeckungsveränderlicher ist Algol in Perseus. Alle 2,9 Tage fällt die Helligkeit durch eine Verdeckung 10 Stunden lang um eine Klasse (was "Klasse" bedeutet erfahren Sie schon noch, keine Angst).
Übrigens: Entschuldigung für die vielen (ja, es sind wirklich viele) Teilsätze in Klammern (ja, es ist schon schlimm!).
Miratyp: Dies ist der häufigste Typ. Die Perioden dieser Sterne betragen mehrere 100 Tage. Obwohl ihre Helligkeit um einen Faktor von mehreren 100 schwankt, beträgt die tatsächliche Größenveränderung dieser Sterne nur ca. 50%. Ein Beispiel für den Miratyp ist (Sie werden es nicht glauben) Mira in Cetus.
Cepheiden: Wie Sterne des Miratyps dehnen sich Cepheiden aus und ziehen sich wieder zusammen. Henrietta Leavitt fand um 1900 heraus, dass ein Zusammenhang zwischen Leuchtkaft, Periode und Entfernung bei den Cepheiden erkennbar ist. Diese Entdeckung wurde für Entfernungsmessungen im All verwendet. Gut zu beobachten ist Delta Cephei (ein Stern des Cepheus, aber wenn Sie weiterlesen wissen Sie das bald selbst) von dem die Cepheiden ihren Namen haben.
Novae: Novae (oder Novas, falls Sie kein alter Römer sind) sind praktisch unberechenbare Veränderliche. Sie entstehen, wenn ein Stern die Gashülle seines Nachbarn absaugt, und dann hin und wieder mal explodiert. Sie sind nicht leicht zu beobachten.