Esskastanien - Die tickenden Zeitbomben

Der Otto-Normal-Verbraucher geht davon aus, dass in normalen Läden erhältliche Lebensmittel keine Gefahrgüter sind. Dem ist nicht so. Esskastanien zum Beispiel sind, nach der Anleitung der scheinbar fachkundigen Verkäuferin, die wohl bei näherem Hinsehen als heimtückische Saboteurin enttarnt werden würde zubereitet, geradezu hochexplosive Mini-Bomben. Eine von mehreren dieser Sprengkörper getroffene Küche kann auf längere Sicht nicht mehr benutzt werden, ohne die fachkudige Reinigungsarbeit einer studierten Raumpflegerin jedoch nie mehr.

Diese Seite soll der Aufklärung und dem Schutz der Bevölkerung dienen, nicht etwa der Ausrüstung verarmter Terroristen mit gefährlichen Waffen, wie dies bei einschlägigen Anleitungen im Internet zum Atombombenbau der Fall ist.


Der Tag begann ruhig. Gefährlich ruhig. Meine Mutter hatte, vom beginnenden besinnlichen Weihnachtstaumel wohl völlig ohne Besinnung, Edelkastanien oder Esskastanien oder Maroni (ob das das gleiche ist bleibt noch zu klären, F. et K. et G. 2000) in einem kleinen und ebenso beschaulichen Feinkostladen gekauft. Die Verkäuferin - sie hatte die noch mehr an Besinnung verloren - versicherte, dass es nicht nötig sei, diese anzuritzen. Dies sollte sich später als schwerer Fehler herausstellen.

Kaum hatten wir das Mittagessen beendet und den kurzen Mittagschlaf hinter uns gebracht, fielen meiner Mutter die Edelkastanien oder Esskastanien oder Maroni (ob das das gleiche ist bleibt noch zu klären, F. et K. et G. 2000) wieder ein. Ein ebenso schwerer Fehler und zudem kaum nachzuvollziehen, da ihr sonst so vieles nie mehr einfällt.

Sie vollzog die Zubereitung der Edelkastanien oder Esskastanien oder Maroni (ob das das gleiche ist bleibt noch zu klären, F. et K. et G. 2000) nach der ihr von der Fachkraft an der Ladentheke geratenen Methode auf einem Blech im vorgeheizten Umluftbackofen ohne die Kastanien vorher irgendwie zu behandeln. In diesem Fall wird wieder klar, dass "jemandem etwas raten" sehr viel mit raten zu tun hat.

Die Hinterhältigkeit der sprengbaren Lebensmittel stellte sich durch die Tatsache heraus, dass keine Explosion während des ersten Aufenthalts in der Küche erfolgte, obwohl dieser sehr lange dauerte. Erst als die leitende Köchin des Hauses sich in den Keller begab erfolgte die erste Detonation. Von dem unüblichen und nicht gerade leisen Laut (gibt es leise Laute?) aufgeschreckt, eilte sie wieder hinauf. Während dieses Rückweges erfolgte die zweite Detonation.

Beide Detonationen verursachten nur leichten Sachschaden innerhalb des Backofens. Um eine Kettenreaktion zu verhindern riss die mittlerweilen außer unter Weihnachtstaumel auch unter Schock stehende Initiatorin des Zubereitungsversuchs die Backofentüre auf und das Blech hinaus. Kaum auf der Herdplatte abgestellt ereignete sich die dritte Detonation, die diesmal die gesamte Küche und die darin befindliche Person mit Edelkastanien- oder Esskastanien- oder Maronisplittern (ob das das gleiche ist bleibt noch zu klären, F. et K. et G. 2000) überhäufte.

Ich musste den weiten Weg von der Galerie in die Küche laufen um Verletzte zu bergen und bei den Räumungsarbeiten zu helfen. Es dauerte nicht lange, da es glücklicherweise keine Verletzten gab und ich zu faul war um die angefallenen Lebensmittelreste wegzuräumen.

Die übrigen Maroni schmeckten nach dem Abkühlen ungewöhnlich zäh, waren bröselig und außerdem bereits etwas schwarz. Wir aßen sie trotzdem oder gerade deshalb.

Man stelle sich - die abschließenden Bilder des Unglücksortes betrachtend - die schrecklichen Folgen vor, die ein als Edelkastanien- oder Esskastanien- oder Maroniverkäufer (ob das das gleiche ist bleibt noch zu klären, F. et K. et G. 2000) getarnter Attentäter auf einem gedrängt vollen Weihnachtsmarktplatz hätte.

Der Ort des Geschehens, Übersicht. Spuren sind nur auf der Klappe zu erkennen. Deutliche Spuren am Blechauszug. Der Umlufteinlass und die Lampe (oben rechts), übersät mit feinsten Teilchen.

Zurück