Urzeitkrebse
Urzeitkrebse sind Lebewesen, die sich seit
Jahrmillionen in ihrem Körperbau und ihrer
Lebensweise nicht verändert haben. Ihre Strategie
war dabei die Spezialisierung auf einen besonderen
Lebensraum:
Gewässer, die nach wenigen Wochen wieder
austrocknen. Nur dort können sich keine Feinde
wie Fische oder größere Larven entwickeln,
gegen die die Urzeitkrebse keine Chance hätten.
Dieser besondere Lebensraum setzte allerdings
ein paar Anpassungen voraus:
- dauerhaft keimfähige Eier, die jahrelange oder sogar
noch längere Trockenphasen oder andere widrige
Umstände überstehen: Die Dauereier der Urzeitkrebse
können Jahrzehnte, vielleicht sogar Jahrtausende
keimfähig bleiben, und überstehen extreme
Hitze (100°C) und Kälte (-180°C) sowie Säureangriffe.
- schnelle Entwicklung zum ausgewachsenen Tier:
Bei idealen Bedingungen sind Urzeitkrebse
bereits nach einer Woche einige cm lang und
geschlechtsreif.
Man unterteilt die Urzeitkrebse in drei Gruppen:
- Schildkrebse: Dies sind die größten Urzeitkrebse.
Auf dem Rücken tragen sie ein Schild, das
ihnen den Namen gibt. Ich habe bereits
Triops
cancriformis, einen Schildkrebs, beobachtet.
- Muschelkrebse: Muschelkrebse sind die in
Deutschland seltenste Gruppe der Urzeitkrebse.
Sie erinnern in Aussehen entfernt an zu
groß
geratene Wasserflöhe. Soweit ich weiß,
kommt
ausschließlich Limnia lenticularis vor.
- Feenkrebse: In Deutschgland gibt es 2 Arten
von Feenkrebsen. Die in Süddeutschland
angesiedelte
Art Branchipus schaefferi (Bild) würde
ich
sehr gerne in freier Natur beobachten.
Wenn
Sie mir diesbezüglich einen Tipp geben
könnten,
bitte mailen Sie mir.

Leider sind die Urzeitkrebse in Deutschland,
wegen der Zerstörung ihres Lebensraums vom
Aussterben bedroht. In Österreich dagegen,
wo die Urzeitkrebse in den Medien präsent
sind, gibt es bereits Naturschutzgebiete
nur für Urzeitkrebse.
Eine sehr informative Website über Urzeitkrebse
finden Sie auf www.urzeitkrebse.at.
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