Das Verkürzen von Zeit


Dieser Aufsatz entstand nach einem Aufsatz, bei dem mein Deutschlehrer Herr Steringer an den Zeilenrand das schöne Wort "Wie?" schrieb und in der Zeile die Worte "Trainingszeit verkürzen" unterstrich. Ich musste ihm natürlich auf die Sprünge helfen und wünsche Ihnen noch viel Spaß mit dieser Seite


Zeit – ein Faktor von dem in der heutigen Welt immer kürzere Einheiten an Bedeutung gewinnen. Das Verkürzen und Verlängern von Zeit ist also ein entscheidender Faktor, über den sich das Nachdenken lohnt. Tatsächlich eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten, wenn man die Fähigkeit besitzt, Zeit zu verkürzen oder zu verlängern. Auf das Ausdehnen der Zeit (außer bei Methoden, die erst durch das Ausdehnen eines Zeitabschnitts das Verkürzen eines anderen ermöglichen) will ich nicht näher eingehen, aber anhand der Methoden zum Raffen von Zeit kann der gebildete Leser auch Schlussfolgerungen zum Dehnen der Nichtkonstante die wir Zeit nennen ziehen.

Systematik:

Subjektives Verkürzen

Zeit vertreiben

Wartezeit verkürzen

Zeit totschlagen

Zeit verschenken/vergeuden

Messbares Verkürzen

Durch physikalische Phänomene

Temporäre Anomalien durch Massen

Temporäre Anomalien durch Geschwindigkeit

Sonstige temporäre Anomalien

Tunneleffekt

Durch moderne Technik

"Zeitraffer"

Im Alltag

Verkürzen von Zeitabschnitten

 

A: Subjektives Verkürzen von Zeit

Für das subjektive Verkürzen von Zeit gilt generell:

1.: Zeit vertreiben

Das Vertreiben von Zeit ist in keinem Staat der EU strafbar. Unklar ist, welche Staaten der vertriebenen Zeit Asyl gewähren, und ob dies etwas mit Gebieten zu tun hat, in denen seit Jahrzehnten die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Man vertreibt Zeit mit einer Tätigkeit, durch die die Zeit (scheinbar) schneller abläuft. Da der Effekt recht gering ist, konnte nicht festgestellt werden, ob Personen, die Zeitvertreibung praktizieren tatsächlich schneller altern als andere Personen.
Beispiel: Karl liest ein Buch über temporäre Anomalien und vergisst darüber einen Termin bei Fritz. Eine Stunde kommt er zu spät. Für Fritz war das eine lange Zeit, da er gewartet hat. Karl als Zeitvertreiber hingegen hat die Stunde kaum bemerkt.

2.: Wartezeit verkürzen

Wartezeit verkürzen ist eine Spezialisierung von A1, denn man betreibt Zeitvertreib, wenn man sich die Wartezeit verkürzt indem man sie vertreibt.
Beispiel: Während Fritz (aus dem Beispiel A1) auf Karl wartet, vertreibt er sich die Zeit, indem er eine Partie "Mensch ärgere dich nicht" gegen sich selbst spielt. Er würde ohne Uhr kaum bemerken, dass Karl viel zu spät kommt.

3.: Zeit totschlagen

Für das Totschlagen von Zeit sind bisher in keinem Rechtsstaat Strafen vorgesehen. Außerdem verjährt Totschlag, und so wären langwierige Ermittlungen sinnlos. Beim Totschlagen von Zeit erscheint die Totgeschlagene als verlängert, dafür die spätere Zeit viel zu kurz um etwas nützliches zu tun.
Beispiel: Peter hat sich die Zeit mit dem Zählen von Sandkörnern totgeschlagen. Das dauerte für ihn (scheinbar) lange. Nun hat er nur noch eine Stunde Zeit um eine wissenschaftliche Abhandlung zum Thema "Zeit" zu schreiben. Diese Zeit ist deutlich kürzer als die geplante und geht (scheinbar) auch noch schneller vorbei.

4.: Zeit verschenken/vergeuden

"Zeit verschenken" ähnelt "Zeit totschlagen", ist aber nicht so brutal. Man verschenkt Zeit, wenn man etwas bestimmtes vorhat, und dann etwas tut, das einen in der Sache die man tun wollte, nicht weiterbringt. Mit der Wendung: "Daran verschenken Sie nur Ihre Zeit!" will der Sprecher sein Gegenüber darauf hinweisen, dass seine jetzige Tätigkeit für sein Vorhaben nicht von Nutzen sein wird.
Beispiel: Ute soll für den Physikunterricht einen Bericht zum Thema "Zeit" schreiben. Sie studiert gerade die Bedienungsanleitung ihrer Armbanduhr. Die Bedienungsweise ihrer Uhr ist allerdings für den Physikunterricht irrelevant. Ute verschenkt also nur ihre Zeit, und hat somit einen kürzeren Zeitraum um den eigentlichen Bericht zu schreiben.

B: Messbares Verkürzen von Zeit

Für alle messbaren Verkürzungen von Zeit gilt folgender Grundsatz: die Verkürzung ist (zumindest theoretisch) physikalisch messbar.

I.: Verkürzen von Zeit durch physikalische Phänomene

1.: Temporäre Anomalien durch Masse

Einstein legte nahe, dass die Zeit nahe an Masseausdehnungen langsamer vergeht als entfernt von Masse. Diese Theorie ist durch neuere wohl Experimente bewiesen. (Von manchen Forschern wird behauptet, bei der Überprüfung von Einsteins Relativitätstheorie würde z.T. mit unwissenschaftlichen Mitteln gearbeitet. Der Autor konnte diese Vorwürfe weder bestätigen noch dementieren.)
Beispiel: Axel hat nur 60 Minuten Zeit bis er wieder ins Büro muss, will sich aber ein Fußballspiel von 90 Minuten Länge in dieser Zeit ansehen. Er bringt in seinem Büro eine Gravitationsquelle an, die nicht einmal so stark wie ein schwarzes Loch sein muss. Es ist wichtig dabei die Statik zu beachten, da starke Massenansammlungen wie z.B. ein kleinerer Neutronenstern ein relativ hohes Gewicht aufweisen. Außerdem muss Axels Büro weit (schätzungsweise einige Mio. Lj.) vom Fußballplatz entfernt sein, damit die Gravitationsquelle nicht auch Auswirkungen auf das Fußballspiel selbst hat.

2.: Temporäre Anomalien durch Geschwindigkeit

Auch Einsteins Behauptung, Materie, die sich bewege würde langsamer altern als nicht in Bewegung befindliche Materie, ist wohl bewiesen. Ich im folgenden nehme ich an, dass die Relativitätstheorie vollständig richtig ist.
Beispiel: Axel hat nur 60 Minuten Zeit bis er wieder ins Büro muss, will sich aber ein Fußballspiel von 90 Minuten Länge in dieser Zeit ansehen. Er lädt sein Büro in ein Raumschiff, welches mit Beinahe-Lichtgeschwindigkeit fliegt. Dann vergehen auf der Erde 90 Minuten, auf dem fliegenden Büroraumschiff allerdings eine um vieles kürzere Zeit.

3.:Temporäre Anomalien ohne Zusammenhang mit der Relativitätstheorie

Das Bestehen von temporären Anomalien ohne Zusammenhang mit Geschwindigkeit oder Massen ist zwar nicht wissenschaftlich bestätigt, aber durchaus nicht unwahrscheinlich. Es gibt wohl sowohl Anomalien die die Zeit dehnen, als auch solche, die die Zeit schneller ablaufen lassen.
Beispiel: Axel hat nur 60 Minuten Zeit bis er wieder ins Büro muss, will sich aber ein Fußballspiel von 90 Minuten Länge in dieser Zeit ansehen. Er hat Glück, und eines der folgenden Szenarien tritt ein:

Das Problem an diesen Szenarien ist, dass die geschätzte Wahrscheinlichkeit (10-1974158 %) äußerst gering ist.

4.: Tunneleffekt

Der Tunneleffekt ist eine logische, bewiesene Schlussfolgerung aus der Quantentheorie. Sie besagt, dass ein geringer Prozentsatz von Teilchen in Quantenabmessungen eine Barriere einfach durchdringt. Die Reibungsverluste sind hoch, aber es ist möglich. Da die Teilchen sich gar nicht in der Barriere aufhalten können, kommen sie hinten heraus, bevor sie vorne hineingeflogen sind. Es geht dabei nur durch die in der Quantentheorie festgelegten Aufenthaltswahrscheinlichkeiten. Die gemessene Zeit beweist bei Mikrowellen eine Tunnelgeschwindigkeit von bis zu 4,7-facher Lichtgeschwindigkeit. Dies ist nicht gegen die Relativitätstheorie, da sich nichts mit Überlichtgeschwindigkeit durch die Barriere bewegt, sondern einfach vorne verschwindet und hinten ankommt. Mit dem Tunneleffekt kann man die Übertragungszeit verkürzen.
Beispiel: Beim Anrufen der Zeitansagetelefonnummern von Tokio und Deutschland (von Deutschland aus) ergibt sich durch die Dauer der lichtschnellen Übertragung ein Unterschied, obwohl beide Atomuhren gleich genau gehen. Beim Installieren einer "tunnelfähigen" Leitung zwischen Japan und Deutschland käme allerdings der Ton aus Japan früher an. Die Übertragungszeit würde verkürzt.

II.: Verkürzen von Zeit durch moderne Technik

1.: "Zeitraffer"

Die Zeitraffer-Technik verkürzt nicht wirklich die Zeit, sondern beschleunigt nur vorher in Normalzeit aufgenommene Vorgänge. Die Dauer und die Geschwindigkeit der Bewegungen sind für den Zuschauer des in Zeitraffer abgespielten Films tatsächlich beschleunigt, was eine Verzerrung verursacht.
Beispiel: Axel hat nur 60 Minuten Zeit bis er wieder ins Büro muss, will sich aber ein Fußballspiel von 90 Minuten Länge in dieser Zeit ansehen. Eine Zusammenfassung der besten Szenen kommt für ihn als echten Fan nicht in Frage. Glücklicherweise wurde dieses Spiel zuvor in Zeitraffer aufgenommen, und so kann Axel es sich in 60 Minuten ansehen. Allerdings wirken die Bewegungen nun etwas zu schnell, und der Ton ist verzerrt.

II.: Verkürzen von Zeit im Alltag

Verkürzen von bestimmten Zeitabschnitten

Diese ist wohl die praktikabelste und auch die häufigste Methode zum Verkürzen von Zeit. Fast jeder von uns wendet sie täglich an. Sie fußt auf der einfachen Annahme, dass ein Zeitabschnitt, der entweder später begonnen oder früher beendet wird, schneller vergeht, als bei früherem Beginnen oder späterer Beendigung.
Beispiel: Xaver hat heute keine große Lust das Handballtraining vollständig zu absolvieren. Da er einen toleranten Trainer hat oder zumindest schnell weglaufen kann, verlässt Xaver die Sporthalle ½ Stunde vor dem eigentlichen Trainingsende. Er verkürzt somit die Trainingszeit um ½ Stunde.

 

Fazit

Das Verkürzen von Zeit wird in der heutigen Welt schon mannigfaltig genutzt. Besonders die subjektive Zeitverkürzung findet häufige Verwendung. Für die Zukunft stehen im Bereich der physikalischen Phänomene noch weitere Möglichkeiten offen.

 

Literatur

Da dies ein pseudowissenschaftlicher Bericht ist, kann ich mich nicht auf allzu viele Bücher stützen. Falls Sie diese Art von "strengwissenschaftlicher" Arbeit interessieren sollte kann ich Ihnen folgendes Buch empfehlen:

Marc Abrahams (Hg.), Der Einfluss von Erdnussbutter auf die Erdrotation, ISBN 3-7643-5941-2, Birkhäuser Verlag, 1999


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letze Änderung: 20.12.2001; Sie sind Nummer kostenlos bei www.house27.ch auf dieser Seite.